Scleromystax sp. C112 Baianinho II

24. Juli 2026

Die „Baianinho“-Panzerwelse stammen aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia. Frei übersetzt bedeutet „Baianinho“  „der Kleine aus Bahia“. Der erste der importierten Baianinho heißt heutzutage Scleromystax lacerdai, der zweite C113. Es gibt aber weitere Formen, die teils ebenfalls aus Bahia stammen, teils aber auch aus anderen Restgebieten des heutzutage nahezu vernichteten früheren brasilianischen Küstenwaldes. Einst bedeckte diese „Mata Atlantica“ als Regenwald von Bahia im Norden bis nach Paraná im Süden die Küstenregion. Die Gewässer dort waren bzw. sind relativ kühle Schwarzwasser führende  Fließgewässer. Man kann sich leicht vorstellen, dass die darin lebenden Fische verschwinden, wenn der Schatten spendende Wald abgeholzt wird. Das tiefbraune Wasser erwärmt sich unter der Sonne der Tropen rasch und das ertragen an kühles Wasser angepasste Fische nicht. Je südlicher, desto kühler kann es sein – das kann als Faustformel für die Wassertemperaturen in Südamerika dienen. 

C112 stammt aus dem Bundesstaat Sao Paulo. Leider kam es in der DATZ bei der Originalvorstellung von C112 und C113 (Heft 10/2003: 34-35) zu einer Verwechslung der Bildunterschriften, wodurch C112 als C113 bezeichnet wurde und umgekehrt. Auch blieb an dem eigentlich aus Sao Paulo stammenden C112 der Handelsname Baianinho II kleben, obwohl er ja gar nicht aus Bahia kommt.  

Wir konnten jetzt nach vielen Jahren wieder einmal Scleromystax importieren, von denen wir denken, dass sie C112 zuzuordnen sind. Diese Tiere stehen Scleromystax barbatus näher als S. lacerdai. Jüngere Exemplare sehen tatsächlich sehr ähnlich zu S. barbatus aus, die Unterschiede liegen in der Marmor-Zeichnung der Flanken. Eines unserer Exemplare, ein jüngeres Weibchen, hat einen markanten schwarzen Strich in der Rückenflosse. Da es sich aber um das einzige Exemplar mit dieser Markierung handelt und es sich ansonsten nicht von den anderen Tieren unterscheidet, halten wir das für eine individuelle Variation.

Die Geschlechter sind bei jüngeren Tieren bis etwa 6 cm Totallänge nicht leicht zu unterscheiden. Dann entwickeln männliche C112 höhere Rückenflossen als die Weibchen. Ein gut zu erkennendes Geschlechtsmerkmal (wenn auch nicht so deutlich wie bei S. barbatus) ist die helle Stirnblesse, die nur die Männchen haben. Wenn es sich wirklich um C112 handelt und nicht um eine weitere Art dieses komplexen Formenkreises, dann sollten die Männchen in Brutstimmung fast schwarz werden. Neben gerade geschlechtsreifen Tieren (ca. 4-6 cm Totallänge) haben wir auch einige wenige größere Tiere (um 7 cm Totallänge) erhalten. Die Pflege entspricht dem, was allgemein über S. barbatus bekannt ist (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/scleromystax-barbarus/)

Für unsere Kunden: C112 hat Code 224022 (Nachzucht), 224032 (wild, lg) und 224033 (wild, xlg-sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer